Jens Kommnick

Das Briefkuvert mit der der aktuellen CD des Wremener Gitarristen Jens Kommnick erreicht die Redaktion mit Briefmarken aus Irland. Musikalische Grüße aus dem Urlaub. Das wollen wir uns doch mal genauer anhören. Nach knapp 50 Produktionen mit befreundeten Musikern hat sich der Multiinstrumentalist nun endlich einen Traum erfüllt. Es ist Kommnicks erste Solo CD, für die er reichlich musikalische und aufnahmetechnische Erfahrung gesammelt hat. Das hört man vom ersten Ton dieser überaus klangästhetischen CD. Kommnick spielt eine alte tiefer gestimmte Lowden Gitarre, die den Geist vergangener irischer Tage zu atmen scheint. Perfekt aufgenommene und gemischte Stücke, die weit über das Niveau traditioneller irischer Tunes hinausweisen. Stilvolles Fingerpicking vom Feinsten. Die gesamte Produktion strahlt voller groovender Energie, Spielfreude und interessanten neuen Ideen. Jedes der 13 Stücke versprüht einen ungeheuren vitalen Charme und transportiert wunderschöne Stimmungen. Kommnick hat klare Vorstellungen, wie ein Stück zu klingen hat und setzt neben der Gitarre einen Instrumentenpark ein, bei dem selbst Mike Oldfield neidisch werden könnte. Der Gitarrenmeister spielt höchstpersönlich Gitarre, Bouzouki, Mandoline, Laute, keltische Harfe, Fretless Bass, Uilleann Pipes, Tin Whistle, Low Whistle, Fiddle, Viola, Cello und Piano. Allein das Telemann Quartett in D-Dur, im Original für vier Violinen, stilvoll umgesetzt auf vier irischen Bouzoukis, ist eine wahre Freude. Die vielen Instrumente, die immer überlegt und gekonnt die Gitarre ergänzen, verleihen der gesamten CD so etwas wie eine silberne Gesamtfarbe. Virtuoser Celtic Fingerstyle trifft launigen Barock und flaniert durch genial angelegte Klanggärten. Das Album macht von vorne bis hinten einfach nur Spaß. Wenn sich so ein in Erfüllung gegangener Traum anhört, bitte Jens, träume weiter! AKUSTIK GITARRE 6/08